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links: Das Foto zeigt den Hauptsender der Funkstation des
DS
"Berlin" / QMBT: Einen 1925 modernen CP IV von
Telefunken. Links im Bild steht die 1 KW-Endstufe des Senders, zwei der
drei Röhren arbeiten als Gleichrichter, die rechte Röhre ist
die Senderöhre. Der 2-stufige CP-IV arbeitete in den Bereichen 100
- 177 kHz und 375 - 500 kHz. Es waren 3 Betriebsarten möglich: ungedämpfte
Telegrafie, tönende Telegrafie und - mit auf 500 Watt reduzierter
Leistung - Telefonie. Der Antennenstrom betrug 10 bis 15 A. Im Foto nicht
zu sehen sind der ausserdem vorhandene Löschfunkensender
1,5
TK und ein weiterer Löschfunkensender 0,5 TK
als Notsender.
Oben rechts: Rechts neben der Schalttafel die Empfangsseite der Funkstation. Zu erkennen sind ein Audion-Empfänger E 266 (1 Röhre RE 11 / erster Röhrenempfänger in der deutschen Handelsschiffahrt / ab 1922) für den Frequenzbereich von 15 kHz bis 1 MHz. Dahinter an der Wand der dazu gehörende NF-Verstärker EV 285. Auf dem Gerätetisch steht - unter den Isolatoren und Antennen-Umschaltern - an der rechten Wand ein Detektor-Empfänger E-5. Das Gerät stammt von 1906, sein Empfangsbereich liegt zwischen 100 und 1500 kHz. |
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| Oben links: Der Funkoffizier bespricht den Sender CP IV | Oben mitte: Ein Passagier telefoniert in der Telefonie-Zelle |
| Oben
rechts: Antennen-Niederführung Das
Bild zeigt die durch ein Drahtgestell gesicherte Niederführung der
zwischen den beiden Mastspitzen des Schiffes gespannten Haupt-Sendeantenne
(vier Drähte parallel). Die Niederführung befindet sich auf dem
Bootsdeck an der Stb-Seite direkt über der Funkstation. Eine 2-drahtige
Notsendeantenne ist zwischen den Schornsteinen gespannt, die Niederführung
befindet sich ebenfalls in diesem Drahtgestell.
In einem separaten Peilraum oberhalb der Kommandobrücke stand eine Funkpeilanlage mit dem Empfänger E 326N von Telefunken. Im Februar 1926 fanden Telefonieversuche mit Norddeich Radio statt, die Presse meldete gute Erfolge bis zur Ankunft in New York. |
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| Oben: Auf dem Einrichtungsplan der Funkstation sind die oben erwähnte Telefonie-Zelle, der Funk- und Telegramm-Annahmeraum eingezeichnet. Anhand dieser Skizze lassen sich die auf den Fotos oben die abgebildeten Geräte gut zuordnen. Auch die Wohnräume für drei Funkoffiziere sind verzeichnet. In jeder Kabine befindet sich eine Waschmöglichkeit, die Toilettenanlage wird gemeinsam benutzt. |
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Links:
Das Dampfschiff "Berlin"
Die 15286 BRT grosse "Berlin" / QMBT wurde 1925 als Nr. 614 von der Werft "Bremer Vulkan" für den Norddeutschen Lloyd gebaut. Das Schiff war 174,30 Meter lang und 21 Meter breit, es konnte zunächst 1195 Passagiere und 326 Mann Besatzung aufnehmen. Zwei 3-fach Expansionsmaschinen leisteten zusammen 12 000 PS und |
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dem 2-Schrauben-Schiff, das zwischen Bremerhaven und New York eingesetzt
wurde, eine Geschwindigkeit von gut 16 Knoten. Im November 1928 beteiligt
sich die "Berlin" an den Rettungsmassnahmen beim Untergang der "Vestris"
rund 250 Meilen südöstlich von Sandy Hook (US-Ostküste).
Die "Berlin" steuert die Seenotposition (37.33n 71.08w) mit Hilfe des Funkpeilers
an und rettet 22 Personen. In den 30er Jahren wurden die Passagierseinrichtungen
mehrfach umgebaut. Nach Kriegausbruch 1939 fand sie Verwendung als Lazarettschiff
und lag viele Monate in einem Fjord bei Kirkenes. Am 1. Februar 1945 lief
sie als Flüchtlingstransporter vor Swinemünde auf eine Mine (Andere
Quelle: Bombentreffer) und sank. 1948/49 wird das Schiff gehoben, in Warnemünde
auf der Warnowwerft repariert, 1957 als "Admiral Nachimow" / KUDD
an die damalige Sowjetunion abgeliefert und als Passagierschiff mit Heimathafen
Odessa eingesetzt. Am 31. August 1986 kollidierte das Schiff im Schwarzen
Meer mit einem sowjetischen Frachter und sank innerhalb von 15 Minuten.
Beim Untergang der knapp 61 Jahre alten ehemaligen "Berlin" fanden 423
Menschen den Tod.
Bildnachweis Bild 1, Bild 2, Bild 5 und Bild 6: Quelle: Telefunken-Zeitung Nr. 42 (April 1926 / Mit freundl. Genehmigung des DTM Berlin 12-Feb-10 / Herr Schmalfuss) Bild 3 und Bild 4, Quelle: Sammlung H.G. Korth (Mit freundl. Genehmigung 2001) Bild 7: Werksfoto Bremer Vulkan, Quelle: "Werftgeschichte Bremer Vulkan, Schiffschronik" von 1955, Seite 308 oben, Urheber dort nicht genannt, Firma erloschen |