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Funkstation der LASH-Carriers MS "München" / DEAT war mit Geräten
der schwedischen Firma Ericsson ausgerüstet. Im linken Gestell sitzen
Autoalam-RX und Alarmzeichentastgerät, darunter ein Bedienteil für
die Seefunk-UKW-Anlage Debeg 7612. Unter der Uhr
zunächst das Bedienteil der Frequenzaufbereitung für den Hauptsender.
Darunter ein Bedienfeld zur Verteilung der NF auf Sender, Empfänger,
Telefonnetz und Hörer, dann ein Antennensteckfeld und unten als Hauptempfänger
ein Mackay 3020A. Im rechten Gestell steckt oben
der 400 Watt Notsender (Ericsson / volltransitorisiert) der im MW-Bereich
auf allen für Schiffe vorgesehenen Telegrafie-Frequenzen abgestimmt
werden kann. Ganz unten ein weiterer Mackay 3020A als Not-/Reserve- Empfänger.
Das Foto unten links zeigt rechts den Funkarbeitsplatz von der Seite und links neben dem Fenster den Hauptsender der Station. Er arbeitet in den Bereichen Mittel-, Grenz- und Kurzwelle in den Betriebsarten A1, A2 und SSB und leistet je nach Wellenbereich und Betriebsart zwischen 400 und 1500 Watt. Im Foto unten rechts steht rechts wieder der Hauptsender, links erkennt man einen Wetterkartenschreiber JAX-21 von JRC. |
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| Die
Funkausrüstung des MS "München" / DEAT:
Die Ausrüstung der Funkstation umfasst folgende Geräte: 1 Hauptsender für Mittelwelle, Grenzwelle und Kurzwelle, Telegrafie und Telefonie 1 Hauptempfänger für alle Wellenbereiche 1 Reserveempfänger für Haupt- und Reservebetrieb ebenfalls für alle Wellenbereiche 1 Mittelwellen-Reservesender - Notsender - 1 Telegrafiefunk-Alarmgerät mit je 1 Glocke im Funkraum, im F.0.-Wohnraum und auf der Brücke. 1 Telegrafiefunk-Alarmzeichen-Tastgerät 1 Bleibatterie 48 Volt/98 Amperestd. als Reservestromquelle 6 UKW-Handfunksprechgeräte mit den Seefunkkanälen 15-16-17 1 UKW-Anlage mit vorgeschriebenen 25 KHz-Raster 1 Plath-EPIRB-Boje, Emergency - Position - Indicating Radio - Beacon 1 tragbare Rettungsbootfunkstation 1 Grenzwellen-Wachempfänger auf 2182 KHz. Dieses Gerät ist auf der Brücke angeordnet, um auf dieser Frequenz jederzeit Notrufe hören zu können. 1 Hauptsendeantenne 1 Reservesendeantenne 1 Kurzwellensendeantenne (Stab) 6 Empfangsantennen 1 Wetterkartenschreiber JAX21 Das
Schiff:
![]() Am 12. Dezember 1978 geriet MS "München" auf der Reise von Bremerhaven nach Savannah Ga. im Nordatlantik in eine Sturmsituation, die sich dort schon seit Ende November aufgebaut hatte. An Bord waren 28 Personen, die Ladung bestand aus in Leichtern gestauten Stahlprodukten. Um 00:07 UTC hatte Funkoffizier Jörg Ernst auf 16587,1 kHz ("Sabbelwelle") ein QSO mit dem deutschen MS "Caribe" und meldete "schlechtes Wetter". Alles was danach kam, ist bis heute unerklärlich. Hier
eine tagebuchartige Zusammenfassung der Ereignisse:
12.
Dezember 1978
Es
blieben auf See:
Welche Schiffe waren an der Suche beteiligt?:
![]() Der
Spruch des Seeamts in Bremerhaven, bei dem der Untergang der "München"
im Juni 1980 verhandelt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass vermutlich schwerer
Seeschlag vorn zum langsamen Sinken des Schiffes führte und den Ausfall
der Funk- und Maschinenanlage bewirkte. Mängel in der Bauart, Einrichtung,
Ausrüstung, Beschaffenheit, Beladung oder Bemannung des Schiffes,
die für den Untergang des Schiffes ursächlich gewesen sein könnten,
haben sich nicht ergeben. Die unter schwersten Wetterbedingungen bis zum
22. Dezember 1978 durchgeführte Suchaktion verdient höchste Anerkennung.
Der
Funkverkehr:
Funkverkehr
Blick aus dem Fenster der Funkstation (nach achtern) auf die oberste Lage der Bargen und den Kran (Vergrösserung aus dem Foto weiter oben) Die Bemühungen waren von unterschiedlichem Erfolg gekrönt. Es kam einerseits zu völlig überraschenden Neuigkeiten, andererseits fielen die Antworten von z.B. US-Stationen nur unzureichend aus ("Kaum auf Realitätsgehalt bewertbar"). "Besonders bedauerlich" sei es, daß von den Stationen auf den Azoren praktisch keine Ergebnisse zu erfahren gewesen seien. Mehrfach wurde sich darüber enttäuscht geäußert. Kaum zu glauben, daß hier keine Notrufe der "München" aufgefangen worden sein sollen. Bedauerlich ist dies schon deshalb, weil mit Hilfe von empfangsstarken Stationen vielleicht lebensrettende Kreuzpeilungen möglich gewesen wären. Knapp viereinhalb Stunden lang - vom ersten SOS bis um 07.37 Uhr - war auf 500 und 2182 kHz ein außergewöhnlich reger Funkverkehr zu beobachten gewesen. Zahlreiche Notrufe - wahrscheinlich von der "München" - waren darunter. Sie wurden von Stellen empfangen, die erst durch die umfangreichen Befragungen ermittelt worden waren. Erst am nächsten Tag, 13. Dezember, vormittags und abends, wurden überraschenderweise wieder zwei Funksprüche aufgefangen, über deren Identität die Meinungen aber auseinandergehen. Auf sie wird später noch eingegangen. Zu denen, die als Direktempfänger eines "München"-Notrufes in Frage kommen, gehören: der griechische Frachter "Marion" (03.10 Uhr und 03.15 Uhr), ein unbekanntes Schiff (03.15 Uhr), das den empfangenen Spruch an das russische Passagierschiff "Mariya Ermolova" anschließend weitergab, der deutsche Schlepper "Titan" auf der Höhe des ca. 1000 Seemeilen entfernten Teneriffa (03.20 Uhr), verschiedene Küstenstationen, die Autoalarm-Signale auffingen (04.43 Uhr), die US-Funkpeilstationen in Augsburg und Island (05.05 Uhr) und, auf 500 kHz, Boston Coast Guard um 06.20 Uhr MGZ. Beide um 03.15 Uhr empfangenen Funksprüche sind unvollständig, lassen sich aber wegen der Identität zueinander ergänzen. "Marion" nahm neben dem Schiffsnamen und der Position noch das Wort "forward" auf, das unbekannte Schiff die Ergänzung "50 Degrees Starboard", dazu noch das Wort "articas". Über diese Wörter gibt es nach wie vor Rätsel. "Forward" wird gemeinhin damit erklärt, daß es auf den Ort des Ereignisses, das die "München" in Seenot brachte, hinweisen sollte. "50 Degrees Starboard“, sagen die Experten, müsse nicht unbedingt "Schlagseite" heißen, sondern könne auch zum mindesten einen Überholwinkel oder eine Lokalisierung bedeuten. Um das Wort "articas" spannen sich mehrere Geschichten. Das Seeamt übersetzte es als Aufnahmefehler für das Wort „Antennas“. Die Reederei ermittelte, dass sich in der Nähe des Unfallgebietes ein russisches Schiff namens „Artimida“ aufgehalten habe. Dieses als russischer Trawler in den Registern eingetragene Fahrzeug sei der wahrscheinlichen SOS-Position sogar am nächsten gewesen (Abstand 60 – 80 Seemeilen). Ob von diesem Schiff das SOS der „München“ aufgefangen und weitergegeben wurde, wurde nicht behauptet. Aber es wird stillschweigend vermutet. Offizielle Auskunft der Russen: die Funkstation sei zu dem Zeitpunkt nicht besetzt gewesen. Laut Funktagebuch hat der Funker der „Artimida“ jedoch die 500 kHz Frequenz abgehört. Im Seeamtsspruch wird auch nicht darauf eingegangen, was hier als skandalöser seemännischer Stil anzukreiden wäre: dass sich die „Artimida“ als das am nächsten gelegene Schiff nicht an der Suche beteiligt hat, sich sogar am 12. Dezember mittags aus dem Unfallgebiet mit SO-Kurs entfernt und bis zum 23. Dezember 200 Seemeilen vor der portugiesischen Küste aufgehalten hat. Erst dann, nach Beendigung der Suchaktion, kehrte das Schiff zurück und hielt sich in dem Gebiet auf, „wo wir Grund haben, anzunehmen, dass die „München“ gesunken ist“ (Hummel). Über „weitere Andeutungen, dass etwas passiert ist, was gewöhnlich nicht mit Schiffen passiert“, liess sich der Reedereivertreter nicht näher vor dem Seeamt aus. Rätsel gibt auch die US-Station in Keflavik/Island auf, die zwischen 05.OO und 05.30 Uhr verschiedene Funksprüche aus dem Zusammenhang der „München“-Suchaktion auffing. Hier tauchte auch einmal das Wort „collision“ auf. Daß nach 07.34 Uhr keine weiteren Rufe mehr empfangen wurden, erklärt Gutachter Webster damit, dass die US-Stationen nicht mehr länger auf 2182 kHz gehorcht haben. Für eine grosse Überraschung sorgte die Entdeckung eines Funkspruchs vom 13. Dezember 09:06 Uhr auf der ungewöhnlichen Frequenz 8238,4 kHz, dem zweiten Sprechweg von Norddeich Radio. Um diese Zeit wurde aber in Norddeich nicht abgehört. Normalerweise wird dieser Kanal ab 10:00 Uhr für den kommerziellen Telefonie-Verkehr benutzt. Es war der belgische Funker Michael F. Sinnot (36) in Brüssel, der in seinem Lautsprecher um diese Zeit hörte „Mayday, Mayday, Mayday, this is Mike, Uniform, ... Störton ... Hotel, Echo, November, Callsign Delta, ... Störton ... Tango, ... 5614 North, 46... Als Zeuge sagte Sonnot vor dem Seeamt aus, die Stimme habe englisch gesprochen, jedoch mit deutschem Akzent. Der Empfang sei sehr klar gewesen. Die Stimme hörte sich nicht sehr dringend an. Da Sinnot nur ein Empfangsgerät besass, schickte er ein Telex mit diesem Empfang an Radio Ostende, die den Ruf schliesslich an Radio Halifax weitergab. Wenn dieser Notruf wirklich von der „München“ kam, dann könnte er bei dieser Frequenz nur mit dem Hauptsender gegeben worden sein. Das hätte zugleich auch bedeutet, dass die Besatzung einen Diesel des Schiffes wieder in Gang setzen konnte. Die Reederei ist von der Echtheit des „München“-Funkspruches überzeugt. Kapitän Hummel vor dem Seeamt: „Das ist der Knüller!“ Das Seeamt zweifelt nicht daran, dass Sinnot diesen Spruch tatsächlich empfangen hat, doch glaubt es, dass die Meldung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht von der „München“ stamme. Dieselbe Auffassung vertritt das Seeamt über den Funkspruch den Sergeant Paul Huber von der US-Funkpeil-Station Rota bei Gibraltar auf 2182 kHz am 13. Dezember um 18.40 Uhr empfing (aufgrund einer Aufforderung der Leitstelle, erneut „reinzuhören“). Nicht ruhig, aber sehr eindringlich habe er 10 Seenotrufe gleichen Inhalts in gleichen Abständen innerhalb von 1 - 1½ Stunden gehört. Ausser dem Rufzeichen und der Position meldete die Stimme auch noch „have 28 persons on board“. Auch zwei andere US-Peilstationen nahmen diesen Spruch auf. Zwischen den einzelnen Funksprüchen, die so klangen, dass sie auch von einem Tonband hätten stammen können, wurde auch drei mal das Rufzeichen der „München“, DEAT, gemorst. Der Militärfunker peilte mehrmals aus dem 1000 Seemeilen entfernten Rota den Ruf auf 298 Grad und traf damit ungefähr das fragliche Unglücksgebiet gemäss der SOS-Position. Wie sich später herausstellte, läuft die Peilung noch genauer durch das tatsächliche Unfallgebiet. Huber und Hapag-Lloyd sind überzeugt, dass die Funksprüche von der „München“ stammen. Dann jedoch müssten sie vom Rettungsboot-Sender aus abgegeben worden sein, der auf der Brücke lagerte. Es steht fest, dass die beiden SOS-Rufe um 3.10 und 3.15 Uhr auf 500 kHz nur durch einen erfahrenen Funker, also den Funkoffizier Ernst abgesetzt worden sein können. (da nur er mit der Geschwindigkeit die Morsetaste betätigen kann). Erhebliche Verwirrung und Schockeinwirkung liessen die falsch angegebene Position erklärbar machen, meinte Gutachter Webster. Ernst habe zwar das Alarmzeichen vorangeschickt, doch seien dadurch die Autoalarmgeräte der anderen Schiffe nicht ausgelöst worden, weil entweder die Sendefähigkeit offenbar stark eingeschränkt war oder die 12 langen Striche mit der Hand und daher nicht exakt genug gegeben wurden. Der Funkbetrieb mit der Hauptstation könne zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen sein. Nur noch der Notsender mit Batterieantrieb und die Peitschenmast-Sendeantenne seien noch intakt gewesen. Auch die Empfangsantennen seien defekt gewesen. Es steht nun zwar fest, dass zahlreiche Empfänger (mehr als ursprünglich angenommen) Funkrufe von der "München" aufgefangen haben, doch für folgende Fragen bleiben nur Vermutungen als Antwort: - Warum war die Qualität der SOS-Rufe so schlecht? - Warum wartete der "München"-Funker zwischen dem Autoalarm und dem SOS nicht die vorgeschriebene Pause ab? - Warum wurde irrtümlich eine um ca. 100 Seemeilen differierende SOS-Position angegeben, so dass die Suchaktion am Unfallort vorbeilief? - Warum wurde der Fehler von den Schiffbrüchigen nicht mehr erkannt und berichtigt? Nachtrag
am 26. Oktober 2002:
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